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Leistung(sdruck), Arbeitssystem und Gesundheit (2016)

Eine quantitativ empirische Auswertung der WSI-Betriebsrätebefragungen zu ergebnisorientierten Arbeitssystemen

in: Sozialpolitische Schriften, 93

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Abstract

Im Zuge von Flexibilisierung und Digitalisierung der Arbeitswelt gewinnen selbstorganisierte Formen der Arbeitsorganisation und der Leistungssteuerung weiter an Bedeutung (Zielvereinbarungen, Projektarbeit etc.). Bislang gibt es nur wenige Erkenntnisse darüber, wie diese sich auf die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten und somit auch die Regulierungserfordernisse auswirken. Es stellt sich etwa die Frage, ob konventionelle Regulierungen und Möglichkeiten zum Schutz der Beschäftigten (Arbeitsschutzgesetz, betriebliche Interessenvertretung) den Gestaltungsanforderungen dieser ergebnisorientiert gesteuerten Arbeitssysteme gerecht werden. Anhand einer breit angelegten Befragung in 1.700 deutschen Betrieben mit Betriebsratsvertretung werden hierzu Befunde vorgestellt. Es zeigt sich, dass Belegschaften in Betrieben mit ergebnisorientierten Arbeitsbedingungen tatsächlich höherem Arbeits- und Leistungsdruck ausgesetzt sind und die bestehenden Regularien kaum greifen, um den wachsenden Arbeitsdruck in den Betrieben eindämmen zu können. Damit ergeben sich neuartige Herausforderungen für die Gestaltung flexibler Arbeitswelten. »Flexible and Result-Oriented Work Systems, the Pressure to Perform and Health« Flexible and self-organized forms of work organization are often linked with further intensification of work, long working hours and even health problems. At the same time it is also evident that long working hours, especially in the framework of projects and goal-settings, are more and more difficult to regulate. Both the health and safety regulations in Germany, as well as institutional representation of interest at the workplace, are operating with their present possibilities at their limits. Selbstorganisierte Arbeitsformen gewinnen im Zuge der Digitalisierung und Flexibilisierung der Arbeitswelt an Bedeutung. Die Befunde einer breit angelegten Befragung in 1.700 deutschen Betrieben mit Betriebsratsvertretung zeigen, dass Belegschaften in Betrieben mit ergebnisorientierten Arbeitsbedingungen höherem Arbeits- und Leistungsdruck ausgesetzt sind und die bestehenden Regularien zu Arbeitszeit und Arbeitsschutz kaum noch greifen, um den wachsenden Arbeitsdruck eindämmen zu können. Für Politik und Gewerkschaften ergeben sich neuartige Herausforderungen für die Regulierung flexibler Arbeitswelten. Elke Ahlers leitet seit 2014 das Referat »Qualität der Arbeit« am Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut in der Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind der Wandel der Arbeit, Digitalisierung, Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie Entgrenzung und Subjektivierung von Arbeit – dies alles im Kontext von Mitbestimmung und betrieblicher Interessenvertretung. Im Vorfeld war sie mehrere Jahre am WSI zu Projekten im Bereich Arbeit und Gesundheit tätig. Aufbauend auf eine Berufsausbildung bei der Bundesagentur für Arbeit, hat Elke Ahlers an der Universität Oldenburg Diplom-Sozialwissenschaften studiert. Über ein Stipendium der Hans-Böckler-Stiftung hat sie ihre Dissertation zu flexiblen und ergebnisorientieren Arbeitsformen (Arbeiten im Kontext von Projekten und Zielvereinbarungen) geschrieben.