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Was ist der Islam? (2018)

Grundzüge einer Weltreligion

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Abstract

Islam bedeutet, das Selbst vorbehaltlos Allah zu überantworten und allein ihn als gestaltende Macht anzuerkennen. Unentwegt erschafft Allah den Kosmos und bestimmt alles, was darin vorgeht, gemäß seinem Ratschluss, den der Mensch nicht zu durchschauen vermag. Es steht einzig fest, dass Allah für sein fortwährendes Schöpfungshandeln einen ebenso fortwährenden Dank fordert. Als ein verstandesbegabtes Geschöpf hat sich der Mensch diesen Sachverhalt bewusst zu machen und folglich Allah unermüdlich anzubeten. Einzig zu diesem Zweck hat Allah den Menschen erschaffen (Sure 51, 56). Tilman Nagel zeigt, wie sich diese im Koran vielfach betonten Grundlehren des Islams in den muslimischen Auffassungen von Religion und Ritus, Gesellschaft und Gemeinwesen, von universalem Geltungsanspruch und Machtausübung, widerspiegeln. Er analysiert das spezifische Gottes- und Weltverständnis der Muslime sowie die daraus resultierenden innerweltlichen Konsequenzen und erörtert auch die Schwierigkeiten, die eine nüchterne Bestandsaufnahme islamischer Überzeugungen dem Westen bis zum heutigen Tag bereitet. »What Is Islam?« Usually Islam is considered as a plurality of tenets that can hardly be summed up in a coherent system. In opposition to this thesis, Nagel argues that Islam emerges in late antiquity as an independent and clearly defined religious faith rejecting the core of Christianity. Allah is the omnipotent Lord who is continuously involved in mundane affairs leaving to humankind no place for self-determined activities. Nagel analyses the outlines of nascent Islam and then deals in great detail with the social and political consequences ensuing from the message of the prophet Muhammed. Finally he tackles the problems of a sober appraisal of Islam Europe has met with since the days of Enlightenment. Tilman Nagel zeigt in der vorliegenden Publikation, wie sich die Grundlehren des Islams in den muslimischen Auffassungen von Religion und Ritus, Gesellschaft und Gemeinwesen, von universalem Geltungsanspruch und Machtausübung, widerspiegeln. Er analysiert das spezifische Gottes- und Weltverständnis der Muslime sowie die daraus resultierenden innerweltlichen Konsequenzen und erörtert auch die Schwierigkeiten, die eine nüchterne Bestandsaufnahme islamischer Überzeugungen dem Westen bis auf den heutigen Tag bereitet. Tilman Nagel, geb. am 19. April 1942 in Cottbus; 1962 Abitur am Alten Gymnasium in Oldenburg i.O.; Studium der Orientalistik, Zentralasienkunde und Religionswissenschaft in Bonn; dort 1967 Promotion zum Dr. phil. sowie 1971 Habilitation im Fach Islamwissenschaft; von 1981 bis 2007 o. Prof. der Arabistik und Islamwissenschaft in Göttingen; seit 1989 ordentliches Mitglied der historisch philologischen Klasse der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Nagel veröffentlichte zahlreiche Bücher sowie Aufsätze in Fachzeitschriften zur islamischen (Religions)Geschichte. Von 1981 bis 2009 arbeitete er in verschiedenen staatlichen Gremien mit, die sich mit den Problemen der Integration der Muslime sowie mit der Gestaltung des islamischen Religionsunterrichts befaßten. Tilman Nagel is Emeritus Professor of Arabic and Islamic Studies at the University of Göttingen. He received his Dr. phil in 1967 and his Habilitation in 1971 from the University of Bonn. His main fields of research are Islamic theology and the social history of the muslim polity. His »Geschichte der islamischen Theologie« (Munich 1994) was translated into english in 1999 (»The History of Islamic Theology. From Muhammad to the Present«, Markus Wiener Publishers, Princeton).