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Einbezug als Ausgrenzung: Frauenbewegung, Wissenschaft, Macht (1987)

in: Neue soziale Bewegungen - und ihre gesellschaftlichen Wirkungen, p. 107-125

Abstract

Ursula Streckeisen beschäftigt sich in dem Beitrag mit dem Verhältnis von Frauen zu höherer Bildung, Forschung und Wissenschaft in der Schweiz. Im ersten der fünf Teilkapitel untersucht sie die bildungsmäßige Stellung der Frau seit den fünfziger Jahren und das Verhältnis von Frauenbildung und Feminismus. Es folgen Überlegungen zur Qualität des Frauen vermittelten Wissens (Kapitel zwei), den Frauen im wissenschaftlichen Hochschulbetrieb offenstehenden Karrieremöglichkeiten (Kapitel drei) sowie den dort vorherrschenden Karriere-ermöglichenden bzw. -verhindernden Grundstrukturen (Kapitel vier). Ursula Streckeisen kommt zu den Ergebnissen, daß sich die Situation im Bildungsbereich in vertikal-hierarchischer Dimension für Frauen zwar verbessert habe (Kapitel eins), das in den Hochschulen vermittelte Wissen ihrer Ansicht nach auch weiterhin als "Männerwissen" zu bewerten ist, da es männlichen Interessen und Perspektiven verpflichtet sei (Kapitel zwei). In Bezug auf die universitären Aufstiegsmöglichkeiten für Frauen stellt sie heraus, daß sich die geschlechtsspezifische Trennungslinie nun in den Hochschulbereich verlagert habe (Teil drei) und - jenseits männlicher Netzwerke - Frauen auch weiterhin der Zugang zu bedeutenden Positionen verwehrt bleibe (Kapitel vier). Nach Überlegungen zu den Frauen in den Universitäten abverlangten Verhaltensmustern (Kapitel fünf) endet der Beitrag mit Anmerkungen zu den durch die Ausgrenzung von Frauen aus dem Wissenschaftsbetrieb hervorgerufenen Wirkungen. (TR)