Open Access BASE2017

Wohnformen für Menschen im Alter

Abstract

Die Fachstelle "Alter" des Kantons Aargau hat das Institut Urban Landscape der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) im November 2016 beauftragt, Informationen über das Wohnen im Alter für die Gemeinden in Form eines Berichts zusammenzustellen. Der Bericht soll eine Systematisierung von Wohnformen im Alter umfassen, erfolgreiche Beispiele präsentieren und ein besonderes Augenmerk auf die Rolle der Gemeinden bei der Planung, Erstellung und/oder dem Betrieb von Wohnformen für Menschen im Alter legen. Der Bericht ist folgendermassen aufgebaut: Im ersten Kapitel skizzieren wir die aktuelle gesellschaftliche Ausgangslage für die Erstellung und den Betrieb von Wohnformen für ältere Personen. Danach folgt ein Systematisierungsvorschlag von Wohnformen. Dabei ist zu beachten, dass die Unterschiede zwischen den Wohnformen in der Realität oftmals fliessend sind. Speziell im Bereich der gemeinschaftlich ausgerichteten privaten und institutionellen Wohnformen mit Betreuung zeigt sich die Grenze zwischen ambulanter und stationärer Pflege zunehmend durchlässig. Anhand von drei Beispielen wollen wir den Systematisierungsvorschlag und die Durchlässigkeit zwischen den Wohnformen veranschaulichen. Im Anschluss beschreiben wir die relevanten baurechtlichen, finanziellen und betrieblichen Rahmenbedingungen für das Wohnen im Alter bevor wir dann unseren Blick auf die Rolle der Gemeinden werfen. Im abschliessenden Kapitel gehen wir auf weiterführende Themen ein. Zwischen dem privaten Wohnen im angestammten Umfeld auf der einen Seite und dem Eintritt in ein klassisches Pflegeheim auf der anderen Seite haben sich in den letzten Jahren eine Vielzahl von neuen Wohnformen für ältere Menschen etabliert. Damit löst sich die einstmals klar gezogene Grenze zwischen privater Wohnform mit ambulanter Pflege und dem Alters- oder Pflegeheim, in dem die Pflege stationär zur Verfügung steht, zunehmend auf. Diese Entwicklung entspricht zwar einer Alterspolitik, die die Individualität, Autonomie und Selbstbestimmung der betagten Menschen anerkennt. Sie steht aber im Widerspruch zur bestehenden (finanziellen) Organisation des Schweizer Versorgungssystems, das scharf zwischen Betreuung und Pflege und stationärem und ambulanten Wohnen unterscheidet. Es ist davon auszugehen, dass die Entwicklung im Bereich der intermediären Strukturen dynamisch weitergeht. Die Herausforderung für Gemeinden besteht nun darin, diese Veränderungen in der Altersversorgung zu erkennen, mit Blick auf die regionalen Gegebenheiten und gemeinsam mit den bestehenden Akteuren in der Altersversorgung angemessene und zukunftsfähige Modelle zu ermöglichen und diese den älteren Menschen stufengerecht zu kommunizieren.

Sprachen

Deutsch

Verlag

ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften

DOI

10.21256/zhaw-22415

Problem melden

Wenn Sie Probleme mit dem Zugriff auf einen gefundenen Titel haben, können Sie sich über dieses Formular gern an uns wenden. Schreiben Sie uns hierüber auch gern, wenn Ihnen Fehler in der Titelanzeige aufgefallen sind.