Sammelwerksbeitrag(gedruckt)2007

Charles Taylor, Multikulturalismus und die Politik der Anerkennung (1992)

In: Geschichte des politischen Denkens: ein Handbuch, S. 774-789

Abstract

Der kanadische Sozialphilosoph Charles Taylor leistete zu Beginn der letzten Dekade des 20. Jahrhunderts mit seinem kurzen Essay über die "Politik der Anerkennung" einen wichtigen Beitrag für zwei damals aktuelle politische Auseinandersetzungen: Es handelte sich zum einen um die sogenannte "Kanondebatte" über die an amerikanischen Schulen und Universitäten in den Lehrplan aufzunehmenden Werke und zum anderen um die erbitterten Auseinandersetzungen zur kulturellen Einheit und Vielfalt Kanadas angesichts des Anspruches Quebecs auf den Status einer "distinct society". Taylors Essay zeigt, dass es in dieser Debatte im Grunde um zwei Fragen ging: um die kulturellen Bedürfnisse einer gelingenden Identitätsbildung einerseits und um den Maßstab zur Bewertung kultureller Leistungen und Forderungen andererseits. Im Mittelpunkt von Taylors Reflexionen steht daher die Frage nach nicht-ethnozentrischen Formen der Konfliktlösung und der Solidarität im Multikulturalismus. Er bündelte dabei für eine breite akademische und politische Öffentlichkeit jene Überlegungen zum Zusammenhang von Identitätsbildung und soziokultureller Wertschätzung, welche die seit dem Ende des 20. Jahrhunderts immer stärker werdenden sozialen Bewegungen aufgegriffen und eine Anerkennung ihrer je spezifischen Leistungen und Bedürfnisse gefordert haben. (ICI2)

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